19.03.2024 | 2 Bilder

Modernste Behandlungsform für Patientinnen und Patienten mit chronischem Subduralhämatom

Immer häufiger Einblutungen zwischen Hirnhaut und Hirnoberfläche – neue Studien bestätigen Linie der Universitätsklinik für Neurochirurgie
© SALK/Fürweger

Professor Christoph Griessenauer hat die neue, minimalinvasive Therapie für chronische Subduralhämatome in den USA erlernt.

„Wir wissen aus Studien, dass das chronische Subduralhämatom bis 2030 die häufigste neurochirurgische Erkrankung sein wird. Wir sehen schon jetzt fast täglich eine betroffene Patientin bzw. einen betroffenen Patienten“, erklärt Professor Christoph Griessenauer, Vorstand der Universitätsklinik für Neurochirurgie der PMU am Uniklinikum Campus CDK. Grund ist einmal mehr die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung.

Betroffen sind vom chronischen Subduralhämatom vor allem Personen ab 70 Jahren. Professor Griessenauer: „Im Alter schrumpft das Gehirn etwas, sodass sich zwischen der Kalotte (Schädeldecke) und Hirnoberfläche der Raum erweitert. Dadurch steigt der Zug auf den Brückenvenen. Vor allem bei kleineren Traumen – häufig reicht es schon, wenn man sich den Kopf anstößt – reißen die Brückenvenen ein, sodass es zu Einblutungen zwischen der Dura (Hirnhaut) und der Hirnoberfläche kommt.“ In diese Einblutungen können dann in weiterer Folge Blutgefäße einsprießen, sodass die Hämatome weiterhin mit Blut versorgt und chronisch werden.

Die Patientinnen und Patienten leiden dann je nach Größe des Hämatoms und der betroffenen Stelle unter unspezifischen Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen, kognitiven Einschränkungen, Wesensveränderungen, dementiellen Symptomen, bis hin zu halbseitigen Lähmungen. Diagnostiziert werden kann ein subdurales Hämatom durch eine Schädel-CT.

Derzeit werden chronischen Subduralhämatome meist operativ versorgt: Die Kalotte wird dabei aufgebohrt, das Hämatom abgesaugt und der Subduralraum ausgewaschen. „Leider ist die Operationsmethode komplikationsbehaftet. Häufig bilden sich danach weitere Hämatome, was weitere Eingriffe notwendig macht“, weiß Professor Griessenauer.

Neue, minimalinvasive Behandlungsmethode in Salzburg

Er hat daher vor rund zwei Jahren an der Salzburger Neurochirurgie eine neuartige und gleichzeitig schonendere Methode eingeführt, die er in den USA erlernt hat: „Wir öffnen nicht den Schädel, sondern verschließen endovaskulär die Gefäße, die den betroffenen Abschnitt der Dura versorgen.“

Diese so genannte Embolisation der Meningealarterie erfolgt in Vollnarkose: Über die Leiste wird ein Katheter bis auf Schädelniveau eingeführt – mit einem Gewebskleber werden die Arterien an den richtigen Stellen verschlossen, sodass das Hämatom austrocknet und abgebaut werden kann. In einigen Fällen ist auch eine Operation notwendig, um das Hämatom abzusaugen, bei anderen reicht die Embolisation alleine.

Professor Griessenauer: „Wir haben schon bisher mit dieser minimalinvasiven, schonenden Methode gute Erfahrungen gemacht und sehen, dass die Zahl der Rezidive (wiederauftretende Erkrankungen) relativ gering ist. Nun gibt es drei aktuelle Studien, die unseren Weg bestätigen.“ Vorgestellt wurden die Ergebnisse aus den USA und China kürzlich bei der International Stroke Conference in Phoenix (USA). In die Studien wurden jeweils Hunderte Patientinnen und Patienten eingeschlossen. Sie zeigen, dass die Embolisation gegenüber der konventionellen OP die Rezidivrate um den Faktor 3 senkt.

Die Uniklinik für Neurochirurgie ist am Uniklinikum Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) angesiedelt. Sie wurde 1966 an der damaligen Landesnervenklinik gegründet, ist die einzige Klinik dieses Faches im Bundesland Salzburg und verfügt über 55 Betten, acht davon im Intensivbereich und vier weitere im Intermediate-Care-Bereich. An der Klinik arbeiten mehr als 20 Ärztinnen und Ärzte und mehr als 100 Pflegekräfte. Pro Jahr werden rund 2500 offene und minimalinvasive Eingriffe durchgeführt.

Über die SALK:

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) versorgen als größter Gesundheitsanbieter Salzburgs mit etwas mehr als 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 64.200 stationäre, 9.300 tagesklinische und 1,2 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten im Jahr. Sie bestehen aus dem Uniklinikum Salzburg mit dem Campus Landeskrankenhaus (LKH) und Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg und den Landeskliniken in Hallein, St. Veit sowie Tamsweg und halten Anteile an mehreren Reha-Einrichtungen im Bundesland.

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