28.08.2025 | 3 Bilder

Augenklinik als nationales Expertisezentrum für seltene Augenerkrankungen anerkannt

Das neue Typ-B-Zentrum hat die Schwerpunkte vorderer Augenabschnitt, Grüner Star und Augenerkrankungen bei Kindern.
© SALK

Die Universitätsklinik für Augenheilkunde am Uniklinikum Salzburg hat auch einen mikrochirurgischen und plastisch chirurgischen Schwerpunkt.

Die Universitätsklinik für Augenheilkunde (Ophthalmologie) der Paracelsus Medizinischen Universität (PMU) am Campus Landeskrankenhaus des Uniklinikums Salzburg wurde vom Gesundheitsministerium offiziell als Expertisezentrum für seltene Augenerkrankungen designiert. Das neue Typ-B-Zentrum bündelt die österreichweite Versorgung seltener Erkrankungen mit den Schwerpunkten

  • vorderer Augenabschnitt (insbesondere Hornhaut, Iris, Linse und Adnexe),
  • Glaukom (Grüner Star) sowie
  • Kinderophthalmologie (kongenitale/syndromale Augenerkrankungen).

Damit ist Salzburgs Augenklinik Teil der nationalen Strategie für seltene Erkrankungen und in die europäischen Referenznetzwerke (ERN) eingebunden. In diesen Netzwerken beraten Expertinnen und Experten aus ganz Europa und darüber hinaus komplexe Fälle, um Patientinnen und Patienten bestmöglich zu behandeln.

„Das Auge ist nicht nur unser wichtigstes Sinnesorgan, sondern auch ein Fenster in den Körper. Viele seltene Erkrankungen, etwa Stoffwechselstörungen, zeigen sich zuerst am Auge und bleiben oft lange unerkannt. Dass unsere Klinik nun als Expertisezentrum designiert wurde, ist eine Bestätigung unserer jahrzehntelangen Spezialisierung“, sagt Professor Herbert Reitsamer, Vorstand der Universitätsklinik für Augenheilkunde, der durch zahlreiche Auftritte im ORF weit über Salzburg hinaus als „Augenarzt der Nation“ bekannt ist.

Versorgung von Kindern als besonderer Schwerpunkt

Rund 50 Prozent der Patientinnen und Patienten in der Spezialambulanz für Strabologie und Neuroophthalmologie (vormals Sehschule) sind Kinder – jährlich werden dort insgesamt zwischen 7.000 und 8.000 Kinder und Erwachsene betreut. Viele von ihnen leiden an seltenen genetisch bedingten Erkrankungen wie Glaukome, Katarakte, Sehnervenatrophie, entzündliche und rheumatische Erkrankungen oder anderen schwer zu diagnostizierenden Augenerkrankungen. Insgesamt werden am Standort jährlich bis zu 1.000 Kinder mit seltenen Augenkrankheiten behandelt.

Professor Reitsamer: „Gerade bei Kindern ist die Diagnose besonders herausfordernd, da sie ihre Seheinschränkungen oft nicht ausdrücken können. Häufig fällt eine Erkrankung erst durch viele Stürze, Verletzungen oder auffälliges Verhalten auf. Oft erscheinen diese Kinder als besonders schreckhaft. In Wirklichkeit ist ihr Blickfeld eingeschränkt, weil sie aufgrund einer Erkrankung schlecht sehen.“

International anerkanntes Zentrum

Im Bereich Hornhaut- und Glaukomerkrankungen hat sich das Salzburger Team in den vergangenen Jahrzehnten international einen Namen gemacht. Bereits heute kommen viele Betroffene mit seltenen Erkrankungen aus ganz Österreich und darüber hinaus nach Salzburg. „Wir behandeln in Salzburg überdurchschnittlich viele seltene Augenerkrankungen und zählen zu den größten Zentren in Österreich. Das hat dazu geführt, dass wir nun als nationales Zentrum designiert wurden,“ so Reitsamer.

Forschung und Netzwerk

Rund 80 Prozent der seltenen Erkrankungen sind genetisch bedingt, viele treten aber erst im Erwachsenenalter auf. Da nur sehr wenige Menschen von einer bestimmten seltenen Erkrankung betroffen sind, sind große Studien schwierig durchzuführen. Umso wichtiger ist die internationale Zusammenarbeit in den ERN-Netzwerken sowie die Spezialisierung einzelner Kliniken um diese Studien und die Entwicklung von Therapien zu ermöglichen.

Professor Reitsamer: „Man geht davon aus, dass drei von vier seltenen Erkrankungen nicht erkannt werden. Die Betroffenen wandern ohne Diagnose von Arzt zu Arzt und haben oft lange Patientengeschichten.“ Das verursacht nicht nur persönliches Leid, sondern auch erhebliche Mehrkosten für das Gesundheitssystem. „Umso wichtiger ist es, dass es Zentren für seltene Erkrankungen gibt.“

Über die SALK:

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) versorgen als größter Gesundheitsanbieter Salzburgs mit etwas mehr als 7.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 63.700 stationäre, 9.900 tagesklinische und 1,3 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten im Jahr. Sie bestehen aus dem Uniklinikum Salzburg mit dem Campus Landeskrankenhaus (LKH) und Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg und den Landeskliniken in Hallein, St. Veit sowie Tamsweg und halten Anteile an mehreren Reha-Einrichtungen im Bundesland.

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