24.07.2026 | 1 Bild

Beckenbodenzentrum erfolgreich rezertifiziert

Interdisziplinäre Versorgung am Universitätsklinikum Salzburg und an der Landesklinik Hallein
Interdisziplinäres Beckenbodenzentrum erfolgreich rezertifiziert. © SALK

Das interdisziplinäre Team des Beckenbodenzentrums umfasst Fachärztinnen und -ärzte aus den Bereichen Urologie, Gynäkologie, Chirurgie und Kinderchirurgie sowie speziell ausgebildete Stoma- und Kontinenzberaterinnen und -berater.

Das Beckenbodenzentrum der Salzburger Landeskliniken am Universitätsklinikum Salzburg und an der Landesklinik Hallein wurde erfolgreich rezertifiziert. Das Zentrum steht für eine umfassende, interdisziplinäre Versorgung von Menschen mit Beschwerden rund um den Beckenboden – von der Diagnose über die Therapie bis hin zur Rehabilitation.

Beschwerden wie ungewollter Harn- oder Stuhlverlust, Senkungsprobleme oder chronische Schmerzen können den Alltag sowie das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Auch das Intim- und Sexualleben kann betroffen sein. Ziel des Beckenbodenzentrums ist es, Einschränkungen möglichst zu lindern oder zu beheben und Patientinnen und Patienten auf dem Weg zu mehr Lebensqualität ganzheitlich zu begleiten. „Die Rezertifizierung bestätigt die hohe Qualität und die außergewöhnliche interdisziplinäre Zusammenarbeit unseres Beckenbodenzentrums. Gerade bei komplexen Krankheitsbildern ist es entscheidend, dass die verschiedenen Fachrichtungen eng zusammenarbeiten und gemeinsam ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept entwickeln“, betont die Leiterin des interdisziplinären Beckenbodenzentrums, Oberärztin Dr. Maria Trattner.

Mehr als 40 Expertinnen und Experten arbeiten standortübergreifend zusammen
Das interdisziplinäre Team des Beckenbodenzentrums umfasst Fachärztinnen und -ärzte aus den Bereichen Urologie, Gynäkologie, Chirurgie und Kinderchirurgie sowie speziell ausgebildete Stoma- und Kontinenzberaterinnen und -berater. Bei komplexen Krankheitsbildern wird eng mit weiteren Fachbereichen wie Radiologie, Neurologie, Neurochirurgie, Physiotherapie, Psychotherapie, Psychosomatischer Medizin, Physikalischer Medizin, Geriatrie, Radio-Onkologie und Ernährungsmedizin zusammengearbeitet. Mit Stand Februar 2026 arbeiten mehr als 40 Personen an den beiden Standorten interdisziplinär und bereichsübergreifend im Beckenbodenzentrum zusammen. In regelmäßigen Beckenbodenboard-Meetings werden komplexe Krankheitsbilder gemeinsam besprochen. Ziel ist es, Diagnostik und Therapie bestmöglich abzustimmen und für die Betroffenen ein ganzheitliches Behandlungskonzept zu entwickeln. Kinder und Jugendliche werden bis zum 18. Lebensjahr primär im Kinderzentrum durch die Kinderchirurgie betreut.

Rasche Abklärung durch interdisziplinäre Ambulanzen
Eine besondere Stärke des Beckenbodenzentrums sind die interdisziplinären Ambulanzen an den Standorten Salzburg und Hallein. Patientinnen und Patienten können bei sensiblen und komplexen Beschwerden im Rahmen eines gemeinsamen Termins von mehreren Fachdisziplinen betreut werden. Dadurch können Diagnosen rasch und abgestimmt gestellt sowie weitere notwendige Abklärungen gezielt geplant werden. Ergibt sich im Rahmen der Abklärung weiterer interdisziplinärer Abstimmungsbedarf, werden die Fälle im Beckenbodenboard besprochen. Auf dieser Grundlage kann ein individuell abgestimmtes Therapie- und Rehabilitationskonzept erstellt werden.

Kontinuierliche Weiterentwicklung seit der letzten Zertifizierung
Seit dem letzten Zertifizierungsaudit im Jahr 2023 wurde das Beckenbodenzentrum in zahlreichen Bereichen weiterentwickelt. Bereits 2023 wurde eine eigene Intranet-Seite eingerichtet, 2025 folgte die Freigabe der neuen offiziellen Homepage. Damit stehen Patientinnen und Patienten, Angehörigen sowie interessierten Fachkolleginnen und -kollegen aktuelle und übersichtlich aufbereitete Informationen in digitaler und gedruckter Form zur Verfügung. Höchste Qualität durch Vernetzung und gemeinsame Standards Im Rahmen der Rezertifizierung wurden die Abläufe von der Diagnostik über die Therapieplanung und die Festlegung der Therapieziele bis hin zur Durchführung der Behandlung, dem Entlassungsmanagement und der weiteren Betreuung überprüft. Anhand von Patientinnen- und Patientenfällen sowie der elektronischen Krankengeschichte konnten die Abläufe vollständig und nachvollziehbar dargestellt werden.

Zahl der Behandlungen steigt ständig
Besonders hervorgehoben wurden die ausgeprägte Interdisziplinarität und Vernetzung der beteiligten Fachbereiche und Versorgungspartner, die enge Kooperation zwischen den Standorten Salzburg und Hallein sowie die klare Kompetenz- und Arbeitsaufteilung. Auch die zunehmende Zahl der betreuten Patientinnen und Patienten an beiden Standorten unterstreicht die Bedeutung des Zentrums für die regionale Versorgung. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Behandlungskonzepts ist die Physiotherapie. Sie ist in ein ganzheitliches Therapiekonzept eingebettet und wird am Universitätsklinikum Salzburg auch ambulant angeboten. Dabei wird nicht ausschließlich der Beckenboden betrachtet, sondern der gesamte Körper und die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten. „Die Stärke unseres Zentrums liegt in der Verbindung von hoher medizinischer Expertise, interdisziplinärer Zusammenarbeit und einer konsequenten Orientierung an den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen. Die Rezertifizierung ist für uns Bestätigung und zugleich Ansporn, dieses Niveau weiterzuentwickeln“, so Maria Trattner weiter.

Fazit
Neben der klinischen Versorgung engagiert sich das Beckenbodenzentrum auch in der Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie in wissenschaftlichen und medizinisch-therapeutischen Aktivitäten. Das bereits bei der Erstzertifizierung erreichte hohe Niveau konnte weiter aufrechterhalten und in vielen Bereichen ausgebaut werden.

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