12.03.2026 | 1 Bild

Fit mit Babybauch

Salzburger Studie: Bewegung macht Schwangerschaft und Geburt leichter
Wie viel Bewegung brauchen werdende Mütter – und welche Unterstützung hilft wirklich dabei, aktiv zu bleiben? Diese Fragen stehen im Zentrum einer neuen wissenschaftlichen Studie zum Thema Sport in der Schwangerschaft, die nun in Salzburg startet.

Untersucht wird, wie sich ein angeleitetes Trainingsprogramm inklusive gezieltem Beckenbodentraining während der Schwangerschaft auf das Aktivitätsniveau, den Geburtsverlauf sowie die langfristige Beckenbodengesundheit auswirkt. „Wir wissen aus internationalen Empfehlungen – etwa von der Weltgesundheitsorganisation –, dass regelmäßige Bewegung in der Schwangerschaft zahlreiche Vorteile bringt. In der Praxis scheitert es jedoch oft an Unsicherheit, fehlender Anleitung oder Motivation“, erklärt Oberärztin Dr. Maria Trattner, Gynäkologin und Studienleiterin. „Mit dieser Studie wollen wir erstmals systematisch untersuchen, wie viel Begleitung tatsächlich notwendig ist, damit Frauen die empfohlenen 150 Minuten Bewegung pro Woche erreichen – und wie sich das konkret auf Mutter und Kind auswirkt.“

Bewusster Fokus auf wenig aktive Erstgebärende

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen bewusst Erstgebärende, die sich selbst als wenig oder nicht sportlich einschätzen und vor der Schwangerschaft kaum regelmäßig trainiert haben. Die Rekrutierung erfolgt bereits sehr früh: Im Rahmen der ersten Mutter-Kind-Pass-Untersuchung zwischen der 7. und 16. Schwangerschaftswoche informieren betreuende Gynäkologinnen und Gynäkologen über die Studienteilnahme. Medizinische oder geburtshilfliche Kontraindikationen für körperliche Aktivität werden dabei sorgfältig ausgeschlossen. Erfüllen die Frauen die Einschlusskriterien, werden sie an das Universitätsinstitut für Physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation am Uniklinikum Salzburg überwiesen. Dort erfolgen eine umfassende Aufklärung, eine medizinische Eingangsuntersuchung sowie funktionelle Tests und aktivitätsbezogene Erhebungen im Rahmen der Trainingstherapie und Physiotherapie.

Wöchentlich oder monatlich – wie viel Anleitung braucht es?

Die Teilnehmerinnen werden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt:

• Gruppe 1: Wöchentlich angeleitetes Training durch SportwissenschafterInnen

• Gruppe 2: Monatlich angeleitetes Training durch SportwissenschafterInnen

Beide Gruppen werden motiviert, das erlernte Programm regelmäßig eigenständig zuhause umzusetzen, um insgesamt das empfohlene Bewegungsausmaß von 150 Minuten pro Woche zu erreichen. Zusätzlich erhalten alle Teilnehmerinnen gezielte physiotherapeutische Einheiten zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur.

„Gerade Frauen, die sich selbst als eher inaktiv wahrnehmen, profitieren enorm von klarer Anleitung und realistischen Zielen“, betont Karin Zott-Oppeneiger, leitende Oberärztin am Universitätsinstitut für Physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation sowie Prüfärztin der Studie.
„Uns interessiert, ob ein wöchentliches Setting tatsächlich mehr Bewegung im Alltag bewirkt – oder ob bereits eine monatliche Betreuung ausreicht, um nachhaltige Effekte zu erzielen.“

Aktivität, Geburtsverlauf und langfristige Beckenbodengesundheit

Das Aktivitätsniveau der Teilnehmerinnen wird zu mehreren Zeitpunkten im Verlauf der Schwangerschaft mittels standardisierter Fragebögen erhoben und mit dem geburtshilflichen Outcome in Beziehung gesetzt. Darüber hinaus werden zahlreiche mütterliche und kindliche Parameter während der Schwangerschaft, rund um die Geburt sowie im Wochenbett dokumentiert. Ein besonderes Augenmerk gilt der langfristigen Beckenbodengesundheit. Im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sowie 6–8 Wochen und 12 Monate nach der Geburt erfolgt ein gynäkologischer Beckenbodencheck bei der betreuenden Fachärztin bzw. dem betreuenden Facharzt.
„Der Beckenboden spielt eine zentrale Rolle für Lebensqualität, Kontinenz und körperliches Wohlbefinden – wird jedoch in der Schwangerschaft oft zu wenig beachtet“, so Maria Trattner, „unsere Studie soll zeigen, dass präventives Training bereits vor der Geburt langfristig einen entscheidenden Unterschied machen kann.“

Ziel der Studie und Teilnahme

Ziel der Untersuchung ist es, eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für praxisnahe Empfehlungen, Präventionsprogramme und interdisziplinäre Betreuungskonzepte in der Schwangerschaft zu schaffen – insbesondere für Frauen, die bisher wenig Bewegung in ihren Alltag integriert haben. Internationale Studien zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität unter anderem das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes und Präeklampsie deutlich senkt und auch das psychische Wohlbefinden stärken kann. Die Teilnehmerinnen profitieren dabei unmittelbar: durch eine verbesserte körperliche Fitness, messbare gesundheitliche Effekte und ein gestärktes Vertrauen in den eigenen Körper.

„Viele Frauen berichten, dass sie die Zeit bis zur Geburt, die Geburt selbst und auch das Wochenbett dadurch fitter, selbstbestimmter und insgesamt positiver erleben“, resümiert Maria Trattner.

Weitere Informationen zur Studienteilnahme:
OÄ Dr. Maria Trattner
Gyn-Sekretariat, Landesklinik Hallein
Tel.: 057255 44451
E-Mail: gynaekologie.lk-hallein@salk.at
Über die SALK:

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) versorgen als größter Gesundheitsanbieter Salzburgs mit etwas mehr als 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 63.700 stationäre, 10.600 tagesklinische und 1,3 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten im Jahr. Sie bestehen aus dem Uniklinikum Salzburg mit dem Campus Landeskrankenhaus (LKH) und Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg und den Landeskliniken in Hallein, St. Veit sowie Tamsweg und halten Anteile an mehreren Reha-Einrichtungen im Bundesland.

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Neue Salzburger Studie: Bewegung in der Schwangerschaft.
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Beate Erfurth
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