05.11.2026 | 2 Bilder

Hightech-Chirurgie im Lungau: OP-Roboter „Hugo“ ist da!

Weiterer Meilenstein für die Landesklinik Tamsweg
Hightech-Chirurgie im Lungau: OP-Roboter „Hugo“ ist da! © SALK/Holitzky

LH-Stv. Wolfgang Mayer, Wirtschaftsdirektorin LK Tamsweg Andrea Schindler-Perner, Univ.-Prof. Dr. Klaus Emmanuel (Vorstand Chirurgie Universitätsklinikum, LK Hallein und Tamsweg), Ärztliche Direktorin LK Hallein und Tamsweg, Dr. Silvia Reich-Weinberger, Standortleiter Chirurgie LK Tamsweg Priv.-Doz. Dr. Michael Weitzendorfer und Pflegedirektorin LK Tamsweg Martina Moser (v.li).

Gute Nachrichten für die Gesundheitsversorgung im Land Salzburg: Ab sofort ist „Hugo“ in der Landesklinik Tamsweg im Einsatz. „Hugo“ ist ein OP-Roboter, der sowohl Patientinnen und Patienten als auch Chirurginnen und Chirurgen zahlreiche Vorteile bietet.

Ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der chirurgischen Versorgung im Bundesland: Mit dem neuen roboterassistierten Operationssystem „Hugo“ hält modernste OP-Technologie Einzug in die Landesklinik Tamsweg. Er ist der erste OP-Roboter seiner Art in Österreich.

Landeshauptfrau-Stellvertreter Wolfgang Mayer, neuer Gesundheitsreferent des Landes Salzburg, machte sich bei seinem ersten offiziellen Termin nach der Angelobung ein Bild von den Möglichkeiten des Systems und den medizinischen Leistungen am Standort. Im Mittelpunkt standen dabei die Chancen der roboterassistierten Chirurgie und das gemeinsame Ziel, medizinische Leistungen in Salzburg bestmöglich aufeinander abzustimmen und bedarfsgerecht über die Standorte hinweg zu verteilen.

Mit der engen Kooperation zwischen der Chirurgie des Universitätsklinikums Salzburg und den chirurgischen Abteilungen der Landekliniken in Hallein und Tamsweg werden die Kompetenzen der drei Standorte im Sinne einer abgestimmten und abgestuften Versorgung gebündelt und das regionale medizinische Leistungsangebot weiterentwickelt.

„Moderne Medizin muss für die Menschen in allen Regionen unseres Landes erreichbar sein. Der neue OP-Roboter zeigt, wie wir medizinischen Fortschritt mit einer starken regionalen Versorgung verbinden können. Entscheidend ist, dass wir die Kompetenzen unserer Kliniken bündeln, die Leistungen sinnvoll aufeinander abstimmen und die vorhandenen Ressourcen bestmöglich nutzen. Unser Ziel ist eine hochwertige Versorgung, bei der die Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt stehen – unabhängig davon, wo sie in Salzburg leben“, betont LH-Stv. Wolfgang Mayer, Gesundheitsreferent des Landes Salzburg.

Präzision und neue Möglichkeiten im Operationssaal

Roboterassistierte Chirurgie unterstützt die Operierenden bei minimalinvasiven Eingriffen mit einer hochauflösenden dreidimensionalen Sicht auf das Operationsgebiet und präzise steuerbaren Instrumenten. Die Technik kann insbesondere bei komplexen Bewegungsabläufen und bei Eingriffen in anatomisch anspruchsvollen Bereichen Vorteile bieten. Im Vergleich zu konventionellen laparoskopischen Verfahren können sich daraus – abhängig vom Eingriff und der individuellen Situation – Vorteile für die Gewebeschonung, den Blutverlust und die Erholung nach einer Operation ergeben.

„Die roboterassistierte Chirurgie erweitert unsere Möglichkeiten, minimalinvasiv und präzise zu operieren. Entscheidend ist für uns, die Technologie dort einzusetzen, wo sie einen konkreten medizinischen Mehrwert bietet. Durch die Zusammenarbeit des Universitätsklinikums mit den Standorten in Hallein und Tamsweg können wir unsere chirurgische Expertise und unsere Erfahrung mit innovativen Verfahren standortübergreifend einbringen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Klaus Emmanuel, Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie am Universitätsklinikum Salzburg sowie der chirurgischen Abteilungen der Landeskliniken Hallein und Tamsweg.

Auch für die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses eröffnet die Technologie neue Möglichkeiten: Simulationsfunktionen und die Aufzeichnung von Eingriffsdaten können das strukturierte Training und die Qualitätssicherung unterstützen.

„Wir waren hier in Salzburg österreichweit die Ersten, die Assistenzärztinnen und -ärzte am DaVinci-Roboter im Universitätsklinikum Salzburg und in der Landesklinik Hallein ausgebildet haben und jetzt sind wir auch die ersten, die am Hugo ausbilden“, so Prof. Emmanuel weiter.

Modulares System mit besonderen baulichen Vorteilen

Mit dem System „Hugo“ kommt in Tamsweg eine andere technische Lösung zum Einsatz als bei den bisher in den Salzburger Landeskliniken (SALK) verwendeten Operationsrobotern. Bislang waren vier OP-Roboter in den SALK im Einsatz. Zwei davon werden in der Allgemeinchirurgie am Universitätsklinikum Salzburg und am Standort Hallein genutzt. Bei diesen Geräten handelt es sich um so genannte „Da Vinci“-Roboter, bei denen die Komponenten in einer zentralen Einheit zusammengeführt sind.

Im Vergleich dazu verfolgt „Hugo“ einen modularen Ansatz: Jeder Roboterarm befindet sich auf einem eigenen Modul. Dadurch können je nach Eingriff nur jene Module in den Operationssaal gebracht werden, die tatsächlich benötigt werden. Das ermöglicht eine flexible Nutzung des Raumes und reduziert die statische Punktbelastung des Bodens.

„Das modulare Konzept eröffnet uns zusätzliche Flexibilität bei der Gestaltung des Operationssaals. Wir können die benötigte Ausstattung gezielt an den jeweiligen Eingriff anpassen. Für den klinischen Alltag ist das ein wichtiger organisatorischer Vorteil. Im Vordergrund steht dabei immer die sichere Anwendung der Technik und ihr Nutzen für unsere Patientinnen und Patienten“, sagt Priv.-Doz. Dr. Michael Weitzendorfer, Standortleiter der Abteilung für Chirurgie an der Landesklinik Tamsweg.

Zu den vorgesehen Einsatzgebieten zählen die selektive Hernienchirurgie, die Antireflux-Chirurgie (Sodbrennen), die Entfernung der Gallenblase und die Behandlung gutartiger und bösartiger Erkrankungen des Darms bzw. Enddarms.

„Die Landesklinik Tamsweg ist ein wichtiger Grundpfeiler der Gesundheitsversorgung im Lungau. Unser Anspruch ist es, den Menschen in der Region moderne medizinische Leistungen wohnortnah anzubieten und gleichzeitig die Stärken unseres Standortes gezielt weiterzuentwickeln. Die Kooperation mit dem Universitätsklinikum Salzburg ermöglicht es uns, spezialisierte Kompetenzen einzubinden und die Versorgung langfristig abzusichern“, betont der Vorstand der Landesklinik Tamsweg.

Gemeinsame Personalplanung stärkt die Versorgung

Die standortübergreifende Zusammenarbeit umfasst nicht nur die Verteilung medizinischer Leistungen, sondern auch die Einsatzplanung und Ausbildung des ärztlichen Personals. Durch die gemeinsame Planung soll die fachärztliche Besetzung in Tamsweg gesichert werden. Gleichzeitig erhalten Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung die Möglichkeit, abhängig von den jeweiligen Ausbildungsinhalten an unterschiedlichen Standorten Erfahrungen zu sammeln.

„Wir wollen moderne chirurgische Verfahren nicht isoliert an einem einzelnen Standort etablieren, sondern in ein gemeinsames medizinisches Konzept einbetten. Die enge Zusammenarbeit schafft Voraussetzungen für eine hohe Behandlungsqualität, eine strukturierte Weiterbildung und einen gezielten Wissenstransfer. Davon profitieren sowohl die Patientinnen und Patienten als auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Emmanuel abschließend.

Landesklinik Tamsweg: Seit 10 Jahren Teil der SALK-Familie

Für die Landesklinik ist die Einführung des OP-Roboters ein weiterer Meilenstein. Denn vor zehn Jahren wurde sie zu einem wichtigen Teil der SALK-Familie. Seither ist viel Positives passiert: Das über 100 Jahre alte Krankenhaus wurde im Zuge der Generalsanierung von 2016 bis 2019 fit für die Zukunft gemacht. Besonders bemerkenswert: Bei laufendem Krankenhausbetrieb wurde das Gebäude stufenweise kernsaniert und an die Anforderungen eines modernen Klinikbetriebes angepasst.

Als Krönung dieses 23 Millionen Euro schweren Bauprojektes konnte 2019 der Hubschrauberlandeplatz am Dach der Landesklinik Tamsweg realisiert werden. Er ist für die Notfallversorgung und den raschen Patiententransport ins Universitätsklinikum unerlässlich.

Aber nicht nur baulich, sondern auch betriebsorganisatorisch hat die Landesklinik Tamsweg als Pionierin in den letzten Jahren einiges geleistet, das österreichweit hohe Beachtung findet: Die Tagesklinik ermöglicht es, dass Patientinnen und Patienten in der Früh kommen, operiert werden und bei guter Verfassung bereits am Nachmittag wieder nach Hause gehen können. Dies setzt gut abgestimmte Abläufe vor und nach der Operation voraus, mit denen die Landesklinik Tamsweg zu einem österreichweiten Vorreiter wurde, was durch zahlreiche Hospitationen von Klinikteams aus unterschiedlichen Regionen unterstrichen wird.

Die Patientinnen und Patienten aus der Region - und darüber hinaus - schätzen das freundliche Miteinander, das gute Essen, die helle und wohnliche Atmosphäre sowie die professionelle ärztliche und pflegerische Behandlung. An diesem Erfolg sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Berufsgruppen beteiligt. „Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gilt unser besonderer Dank,“ so der Vorstand der Landesklinik Tamsweg abschließend. „Wir blicken positiv in die Zukunft.“
LK Tamsweg

Die Landesklinik Tamsweg gewährleistet mit 96 Betten als Akutkrankenhaus die wohnortnahe medizinische Versorgung des Lungaus und der angrenzenden Regionen. Beschäftigt sind hier rund 340 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie versorgen pro Jahr 77.400 ambulante Patientinnen und Patienten.

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