28.02.2024 | 2 Bilder

Interventionelle Radiologie rettet 45-Jährigem mit schwerer Lungenembolie das Leben

Ein interdisziplinäres Team des Universitätsklinikums wendete ein neues Verfahren erstmals in Salzburg an
© SALK

v. l.: OA Dr. Thomas Wolfgruber, OA Priv.-Doz. Reinhard Kaufmann, Univ.-Prof. Klaus Hausegger.

Durch ein neues, erstmals im Bundesland Salzburg eingesetztes Verfahren, konnte einem 45-jährigem Oberösterreicher mit schwerer Lungenembolie im letzten Moment das Leben gerettet werden. Das Team der Interventionellen Radiologen konnten Blutgerinnsel, die seine Lungengefäße blockierten, mittels mechanischer Thrombektomie erfolgreich entfernen.

Bei diesem Verfahren wird ein großlumiger Katheter über die Leistengefäße und das Herz in die Lungenarterien eingebracht und die Thromben werden zielgerichtet aspiriert (abgesaugt). Das Verfahren ist schonend, sodass der Eingriff in Lokalanästhesie und bei vollem Bewusstsein durchgeführt werden kann.

Der 45-Jährige konnte in dem Moment, in dem die Gerinnsel, durch die Interventionellen Radiologen entfernt worden waren, schlagartig wieder durchatmen und sein Zustand stabilisierte sich binnen weniger Minuten. „Es war so, als hätte man mir einen Korken aus der Lunge gezogen. Ich fühlte mich wie neu geboren“, schildert der Vater eines fünfjährigen Sohnes.

Im interdisziplinären Team waren der Kardiologe und Intensivmediziner Richard Rezar, sowie Anästhesist Jakob Pann tätig. Um das Team in Salzburg zu unterstützen und sein Wissen weiterzugeben, war zusätzlich der renommierte Interventionelle Radiologe Klaus Hausegger aus Klagenfurt angereist. Der Pionier der Interventionellen Radiologie in Österreich hatte dieses Verfahren erst vor wenigen Monaten im Klinikum Klagenfurt neu etabliert. Seine Anwesenheit gab dem Salzburger Team Sicherheit – den Eingriff konnte es selbstständig durchführen.

„Mit dem neuen System haben wir aufgrund des größeren Kalibers des Thrombektomie-Katheters die Möglichkeit, auch große Thromben in kurzer Zeit aus des Lungengefäßen zu entfernen“, berichten die beiden Oberärzte Reinhard Kaufmann und Thomas Wolfgruber vom Universitätsinstitut für Radiologie am Uniklinikum Salzburg. „Zu betonen ist jedoch, dass solche Eingriffe nur in bestimmten Situationen, bei schweren Verläufen und allein durch die hervorragende Zusammenarbeit eines Teams aus verschiedenen Fachdisziplinen, insbesondere Kardiologie, Anästhesie, und Herzchirurgie, möglich sind.“

Die Interventionelle Radiologie steht als eines der jüngsten Fachgebiete in der Medizin vor der Herausforderung, laufend neue, innovative und minimal-invasive Eingriffsverfahren zu etablieren. Durch den ständigen Fortschritt in der Medizin können so nun auch zunehmend Fälle behandelt werden, für die es bisher keine oder nur offen-chirurgische Lösungen gab. Neben schweren Lungenembolien behandeln das Team der Interventionellen Radiologie am Uniklinikum Campus Salzburg unter anderem lebensbedrohliche innere Blutungen – beispielsweise nach Verkehrs- oder Skiunfällen. Im Vorjahr konnten mehr als 100 Akuteinsätze für das gesamte Bundesland geleistet werden.

Über die SALK:

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) versorgen als größter Gesundheitsanbieter Salzburgs mit etwas mehr als 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 64.200 stationäre, 9300 tagesklinische und 1,2 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten im Jahr. Sie bestehen aus dem Uniklinikum Salzburg mit dem Campus Landeskrankenhaus (LKH) und Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg und den Landeskliniken in Hallein, St. Veit sowie Tamsweg und halten Anteile an mehreren Reha-Einrichtungen im Bundesland.

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Dr. Wolfgang Fürweger
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