09.09.2026 | 3 Bilder

Lichtdurchfluteter Neubau der Psychiatrie am Universitätsklinikum Christian-Doppler-Klinik eröffnet

Landeshauptfrau Karoline Edtstadler: „Haus für moderne psychiatrische Versorgung kann nun in Betrieb gehen“
© Franz Neumayr

V. l.: Wirtschaftsdirektor Dr. Klaus Offner, Landesrätin Mag. Daniela Gutschi, Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Aichhorn, Landeshauptfrau Mag. Karoline Edtstadler, Pflegedirektorin-Stv. Nina Leiber BScN MSc, Geschäftsführer SALK Dr. Thomas Gamsjäger und Dr. Silvia Lechner, Ärztl. Direktor Prim. Univ.-Prof. Dr. Christian Pirich

Der Neubau der Psychiatrie ist ein gelungenes Beispiel für die Zusammenführung medizinischer Funktionen in einer ästhetischen und heilenden Architektur. Dies ermöglicht eine effiziente und bedarfsgerechte Versorgung der Patientinnen und Patienten. Allein die Psychiatrische Zentralambulanz verzeichnet pro Jahr 14.000 Kontakte, hinzu kommen noch 2.000 Kontakte in der neuen Suchtmedizinischen Fachambulanz und ca. 2.000 stationäre Aufnahmen an der Psychiatrischen Aufnahmestation. Baubeginn war im November 2024, und knapp zwei Jahre später erfolgt nun im September 2026 die Eröffnung. Sowohl die Bauzeit als auch das Baubudget mit 24,5 Millionen Euro wurden wie geplant eingehalten.

„Das Land Salzburg sichert die Gesundheitsversorgung für die kommenden Jahrzehnte. Dafür werden medizinische Einrichtungen neu gebaut, modernisiert und an die Anforderungen der Zukunft angepasst.  Im Zuge einer vorausschauenden Gesundheitsplanung kann nun dieses Haus für eine moderne psychiatrische Versorgung in Betrieb genommen werden“, so Landeshauptfrau Karoline Edtstadler anlässlich der Eröffnung.

„Die bestmögliche Versorgung aller Patientinnen und Patienten steht immer im Fokus unserer Gesundheitspolitik. Dieser Neubau mit Schwerpunkt im Bereich der Gerontopsychiatrie trägt speziell den Bedürfnissen einer stetig älter werdenden Gesellschaft Rechnung. So gibt es im ersten Obergeschoss einen von außen nicht einsehbaren Garten, der auch für Patientinnen und Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen leicht zugänglich ist“, erläutert Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi

„Der großzügige Lichteinfall und der Bezug zur grünen Umgebung mit ihrem Altbaumbestand sind zwei der zentralen architektonischen Elemente, die sowohl für unsere Patientinnen und Patienten als auch für unsere ca. 125 Mitarbeitenden ein gesundes Raumgefühl erzeugen. Wenn Architektur zur Genesung beitragen kann, ist dies hier in herausragender Weise gelungen“, so Professor Wolfgang Aichhorn, Vorstand der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik.

Die unterschiedlichen Funktionen der einzelnen Bereiche in einem Gebäude gesamthaft unterzubringen war eine der großen architektonischen Herausforderungen. Diese wurde in Zusammenarbeit mit den Nutzern vom Wiener Architekturbüro Habeler & Kirchweger perfekt umgesetzt. Als Beispiel dafür dient der im Innenhof gelegene Gartenbereich im 1. Stock der Alterspsychiatrie, unter dessen Grünbereich ein Erdkörper liegt, der eine naturnahe Gartengestaltung ermöglicht. Auch die den Innenraum erweiternden, vier großzügigen Lichtatrien erhellen den Erdgeschossbereich und bringen viel Tageslicht in die Räumlichkeiten der Ambulanz und der Aufnahmestation.

 Erdgeschoss: Psychiatrische Zentralambulanz und Psychiatrische Aufnahmestation

Im Erdgeschoss des neu errichteten Gebäudes befinden sich die Ambulanzen und die Aufnahmestation der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. In der Psychiatrischen Zentralambulanz werden Patientinnen im Akutfall oder nach ärztlicher Einweisung von einem multiprofessionellen Team, bestehend aus diplomierten PflegerInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen und ÄrztInnen, untersucht und behandelt. Je nach Schwere und Art der Erkrankung erfolgt eine kurzfristige Weiterbehandlung in der Ambulanz, die Planung einer Behandlung im niedergelassenen Bereich oder die Aufnahme an einer der spezialisierten Stationen oder Tageskliniken der Klinik. Ebenso im Erdgeschoss sind die Suchtmedizinische Fachambulanz und die Ambulanz für Essstörungen verortet. Für Akutaufnahmen und kurzfristige Kriseninterventionen steht die neu gestaltete Aufnahmestation mit eigener Rettungszufahrt zur Verfügung. Diese wurde eigens entworfen, um die Versorgung von Menschen mit akuten psychiatrischen Krankheitsbildern bestmöglich zu gewährleisten. Ziel ist auch dort eine rasche Stabilisierung und die Planung der weiteren krankheitsspezifischen Behandlung.

1.Stock: Bereich Alterspsychiatrie

Im 1. Stock des Gebäudes stehen 22 Betten der Alterspsychiatrie und im 2. Stock 20 Betten und 10 Tagesklinikplätze des Zentrums für Psychotherapie, Psychosomatik und Psychotraumatologie der Salzburger Bevölkerung zur Verfügung. Der Fachbereich Alterspsychiatrie behandelt Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen im höheren Lebensalter, vorwiegend ab dem 65. Lebensjahr. Dazu zählen sowohl primär psychiatrische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Schizophrenien oder Abhängigkeitserkrankungen als auch Erkrankungsepisoden, die mit psychiatrischen Symptomen und Verhaltensauffälligkeiten bei körperlich kranken Patienten einhergehen. Die demographische Entwicklung in Österreich wird dazu führen, dass diese Gruppe, die aktuell einen Anteil von 20 Prozent der Bevölkerung darstellt, in den kommenden Dekaden auf über 30 Prozent anwachsen wird. Im höheren Lebensalter liegt der Anteil von Menschen mit psychischen Erkrankungen unter Einbeziehung der Demenzen bei bis zu 50 Prozent. Um für diese PatientInnen zukünftig eine adäquate Behandlung anbieten zu können, bietet der Neubau mit der Erweiterung auf 22 Betten alle modernen therapeutischen Möglichkeiten.

Einen wesentlichen Teil des Klinikbereichs stellt auch die Integrierte Versorgung Gerontopsychiatrie dar, die im Übergangsbereich zwischen ambulant und stationär die wohnortnahe Weiterversorgung gewährleistet, zur weiteren Stabilisierung beiträgt und Rückfälle vermeidet.

2.Stock: Zentrum für Psychotherapie, Psychosomatik und Psychotraumatologie

Das Behandlungsangebot des Zentrums richtet sich an Menschen mit psychosozialen Belastungen und psychosomatischen Beschwerden, wie chronische Schmerzstörungen, Traumafolgestörungen und belastenden Beziehungsmustern. Die besondere Stärke liegt in der multiprofessionellen Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen mit dem Ziel, Ressourcen zu stärken und das psychotherapeutisch Erlernte in den persönlichen Alltag zu integrieren. Die Behandlung erfolgt im Einzel- und Gruppensetting als Kurzintervention im Ausmaß von zwei bis drei Wochen oder als Langzeitintervention von maximal zwölf Wochen, sowohl tagesklinisch als auch stationär.

Daten und Fakten zum Neubau Psychiatrie

Besonderheiten

  • 3 oberirdische Geschoße + Teilunterkellerung mit unterirdischem Verbindungsgang
  • Strukturell kein klassischer Bettenbau. Nahezu quadratischer Grundriss mit Innenhof. Innere und äußere Raumschicht, also Räume auch zum Lichthof im Inneren.
  • Besonderheit >> zentraler Belichtungshof & Patientengarten im 1.OG mit Erdkörper und Baumpflanzung

Nutzungen

  • EG >> Psychiatrische Zentralambulanz & Triagestation − 7 Überwachungskojen + 5 Einbettzimmer
  • OG >> Gerontopsychiatriestation − 22 Betten (4x1 + 9x2) − Zentraler Patientengarten mit intensiver Begrünung
  • OG >> Psychotherapiestation – Tagesklinik (8 Pat.) − Akuter Krisenbereich, 11 Betten − Stationärer Psychotherapeutischer Bereich, 9
  • UG >> Technikräume, U-Ganganbindung an Haus 3
  • Bruttogeschossfläche ca. 5.100m²
  • Nutzfläche + Sanitärflächen (ohne Gänge und Technikflächen) ca. 2.300m²

Technik

  • PV- Vollbelegung 88 kWp
  • Fernwärmeanschluss
  • Anschluss an zentralen Kältering
  • Kühlung über Fußboden. Vorsehung Fancoils (Gebläsekonvektor) für nahezu alle Zimmer.
  • Lüftung mit Hocheffizienzwärmerückgewinnung

 

Über die SALK:

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) versorgen als größter Gesundheitsanbieter Salzburgs mit etwas mehr als 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 63.700 stationäre, 10.600 tagesklinische und 1,3 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten im Jahr. Sie bestehen aus dem Uniklinikum Salzburg mit dem Campus Landeskrankenhaus (LKH) und Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg und den Landeskliniken in Hallein, St. Veit sowie Tamsweg und halten Anteile an mehreren Reha-Einrichtungen im Bundesland.

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Kontakt

Stefan Tschandl
Mag. Stefan Tschandl
PR Senior Consultant
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Müllner Hauptstraße 48 | 5020 Salzburg | Austria
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