03.11.2023 | 2 Bilder

Modernste OP-Technik verbessert Qualität und Sicherheit bei Prostatakrebs-Operationen

Die Uniklinik für Urologie setzt regelhaft die NeuroSAFE-Technik ein – Outcome verbessert sich um bis zu 30 Prozent
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Die Prostata-Resektionen werden mit dem DaVinci-OP-Rotober durchgeführt.

An der Uniklinik für Urologie am Uniklinikum Campus LKH wird jährlich bei rund 120 Krebspatienten die Prostata zur Gänze entfernt (radikale Prostatektomie). Um noch mehr Sicherheit für die Patienten zu erreichen, wurden die Operationen schon bisher mithilfe des DaVinci-OP-Roboters durchgeführt. Nun können die Urologinnen und Urologen in Kooperation mit dem Universitätsinstitut für Pathologie einen noch besseren Service anbietet: die NeuroSAFE-Schnellschnitt-Technik.

„Das Verfahren wurde an der Martini-Klinik in Hamburg entwickelt, die das zentrale deutsche Protstatakrebszentrum ist, und verbessert die Sicherheit und das Ergebnis für die Patienten erheblich“, erklärt Professor Lukas Lusuardi, Vorstand der Uniklinik für Urologie.

Die Tumorherde sitzen in der Regel am Rand der Prostata. Unmittelbar außerhalb der Drüse verlaufen neurologische Bündel, sprich: Nervenstränge, die unter anderem für die Kontinenz und die Potenz wichtig sind. Diese neurologischen Bündel werden vor der Entfernung der Prostata von der Drüse abgeschabt. Da auch in den Nervensträngen bereits Krebszellen enthalten sein können, musste das OP-Team bislang während der OP entscheiden, ob es auch die Nervenzellen entfernen oder riskieren sollte, dass sich der Krebs weiter im Körper verbreiten konnte. Professor Lusuardi: „Die NeuroSAFE-Technik liefert uns nun schon während der Operation gesicherte Daten.“

Die entfernte Prostata wird innerhalb von 20 Minuten untersucht

Konkret wird die Prostata wie bisher entnommen, aber nun sofort an das Universitätsinstitut für Pathologie geschickt. Dort wird die Drüse umgehend in hauchdünne Scheiben geteilt und schockgefroren („Schnellschnitt“). Unter dem Mikroskop können die Pathologinnen und Pathologen dann erkennen, ob die Tumorzollen bereits den Rand der Prostata durchbrochen haben. Spätestens nach 20 Minuten hat das OP-Team der Urologie Klarheit und kann dann je nach Diagnose die Nerven erhalten oder entfernen.

Eine aktuelle Studie aus Rotterdam, in die 1756 Patienten eingeschlossen wurde, zeigt die großen Vorteile der NeuroSAFE-Technik: Der Nervenerhalt konnte um 30 Prozent gesteigert werden. Das heißt, in diesen Fällen blieben auch die Kontinenz und Potenz voll erhalten. Die Zahl der Krebs-Wiedererkankungen (Rezidive) sank ebenfalls um 30 Prozent.

Professor Lusuardi: „Die NeuroSAFE-Technik wird im Bundesland nur am Uniklinikum Salzburg angeboten. Möglich ist das, weil wir einerseits unsere internen Prozesse verbessert und andererseits eine direkte und schnelle Verbindung zu unserem Universitätsinstitut für Pathologie haben. Für unsere Patienten bringt das noch mehr Sicherheit und wir können in mehr Fällen als bisher die Kontinenz und Potenz erhalten.“

Über die SALK:

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) versorgen als größter Gesundheitsanbieter Salzburgs mit etwas mehr als 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 64.200 stationäre, 9300 tagesklinische und 1,2 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten im Jahr. Sie bestehen aus dem Uniklinikum Salzburg mit dem Campus Landeskrankenhaus (LKH) und Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg und den Landeskliniken in Hallein, St. Veit sowie Tamsweg und halten Anteile an mehreren Reha-Einrichtungen im Bundesland.

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