26.02.2026 | 1 Bild

Neue Studie zu Epilepsieprävention nach Schlaganfall

Salzburger Expertise federführend beteiligt
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Univ.-Prof. Dr. Eugen Trinka - Vorstand der Universitätsklinik für Neurologie, neurologische Intensivmedizin und Neurorehabilitation der Salzburger Landesklinken

Eine internationale, randomisierte Phase-2a-Studie unter Federführung von Univ.-Prof. Dr. Eugen Trinka, Vorstand der Universitätsklinik für Neurologie der Salzburger Landeskliniken (SALK) und Professor an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU), und Prof. Koepp, University College, London, liefert wichtige neue Erkenntnisse zur möglichen Prävention von Epilepsie nach einem Schlaganfall. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachjournal „The Lancet Neurology“ veröffentlicht.

Neues therapeutisches Zeitfenster: Kann frühe Behandlung Epilepsie verhindern?

Etwa jede zwanzigste Person entwickelt nach einem Schlaganfall eine Epilepsie, häufig erst Monate nach dem Ereignis. Diese Phase zwischen Schlaganfall und erstem Anfall eröffnet grundsätzlich ein therapeutisches Zeitfenster, bisher existierte jedoch keine evidenzbasierte Präventionsstrategie. Die vorliegende Studie untersuchte daher erstmals systematisch, ob eine kurzzeitige antiepileptische Behandlung unmittelbar nach dem Schlaganfall die Entstehung einer Epilepsie verhindern kann.

Im Fokus der Untersuchung stand der Wirkstoff Eslicarbazepinacetat, der bislang zur Behandlung fokaler epileptischer Anfälle eingesetzt wird. Ziel war es zu prüfen, ob eine frühzeitige, zeitlich begrenzte Therapie nach akutem ischämischem Schlaganfall oder intrazerebraler Blutung das Risiko späterer unprovozierter epileptischer Anfälle reduzieren kann. Insgesamt nahmen Patientinnen und Patienten aus 19 universitären Zentren in Europa teil, darunter auch das neurologische Zentrum am der Christian-Doppler-Klinik des Universitätsklinikums Salzburg.

Die Behandlung mit Eslicarbazepinacetat erfolgte über 30 Tage bei Patientinnen und Patienten mit hohem Risiko für eine post-Stroke-Epilepsie, gefolgt von einer Nachbeobachtung über 18 Monate. Hier zeigten sich konsistente Trends zugunsten der Therapie: Die relative Reduktion unprovozierter Anfälle lag numerisch bei rund 71 Prozent nach sechs Monaten, 62 Prozent nach zwölf Monaten und 44 Prozent nach 18 Monaten.

Von besonderer Bedeutung für die Fachwelt ist der Nachweis der grundsätzlichen Machbarkeit antiepileptogener Studien im akuten Schlaganfallsetting. Die Studie konnte zeigen, dass Hochrisikopatientinnen und -patienten früh identifiziert, rasch behandelt und langfristig nachverfolgt werden können – ein entscheidender Schritt hin zu präventiven Therapieansätzen in der Epileptologie.

Internationale Studie stärkt Salzburgs Rolle in der neurologischen Spitzenforschung

 „Die Ergebnisse markieren einen wichtigen Perspektivenwechsel: weg von der reinen Behandlung epileptischer Anfälle hin zur möglichen Prävention der Erkrankung selbst“, betont Prof. Eugen Trinka, der die Studie gemeinsam mit Prof. Matthias Koepp (University College London) als Erstautor verantwortet und zugleich als korrespondierender Autor fungiert. „Für das Universitätsklinikum der Salzburger Landesklinken und die Paracelsus Medizinische Privatuniversität ist die Leitung internationaler Studien dieser Größenordnung ein wesentlicher Bestandteil unserer klinisch-wissenschaftlichen Mission.“

Post-Stroke-Epilepsie ist die häufigste Ursache einer neu erworbenen Epilepsie im höheren Lebensalter. Obwohl die vorliegende Studie explorativen Charakter hat, deuten die Daten auf eine potenziell klinisch relevante Effektgröße hin und liefern eine wichtige Grundlage für größere, methodisch stärker gepowerte Folgeprojekte.

Die Beteiligung des Universitätsklinikums Salzburg unterstreicht die internationale Sichtbarkeit des Forschungsstandorts Salzburg in der neurologischen Spitzenmedizin. Eine zentrale Rolle kommt dabei der Universitätsklinik für Neurologie, neurologische Intensivmedizin und Neurorehabilitation zu, die Patientenversorgung, translationale Forschung und universitäre Lehre eng miteinander verknüpft.

Über die SALK:

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) versorgen als größter Gesundheitsanbieter Salzburgs mit etwas mehr als 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 63.700 stationäre, 10.600 tagesklinische und 1,3 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten im Jahr. Sie bestehen aus dem Uniklinikum Salzburg mit dem Campus Landeskrankenhaus (LKH) und Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg und den Landeskliniken in Hallein, St. Veit sowie Tamsweg und halten Anteile an mehreren Reha-Einrichtungen im Bundesland.

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