13.04.2026 | 1 Bild

Neuer Primar für die Herzchirurgie des Universitätsklinikums Salzburg

Der renommierte Herzchirurg Univ.-Prof. Dr. Johannes Holfeld ist neuer Vorstand der Universitätsklinik für Herzchirurgie.
© SALK / Neumayr / Leopold

Der neue Primar der Universitätsklinik für Herzchirurgie, Univ.-Prof. Dr. Johannes Holfeld

Prof. Dr. Holfeld bringt umfassende klinische sowie wissenschaftliche Expertise in diese verantwortungsvolle Position ein. Mit seiner Bestellung stärken die Salzburger Landeskliniken ihre Position als führendes Zentrum für hochspezialisierte Herzchirurgie und universitäre Spitzenmedizin.

Der 47-jährige Wiener war zuletzt am Deutschen Herzzentrum München und zuvor an der Universitätsklinik für Herzchirurgie in Innsbruck tätig. Internationale Erfahrung sammelte er als Gastprofessor in Houston und New York sowie bei Forschungsaufenthalten an führenden Zentren in den USA und Deutschland, darunter das Cell Signaling Center der University of Texas, wo er mit Nobelpreisträger Ferid Murad zusammenarbeitete.

Neben seiner klinischen Tätigkeit engagiert sich Prof. Holfeld intensiv in Fachgesellschaften. Er ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe Herzchirurgie der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG). Seine medizinischen Schwerpunkte liegen insbesondere in der minimal-invasiven Herzchirurgie. Dazu zählen moderne Verfahren der Herzklappenchirurgie, minimal-invasive Bypassoperationen, die Aortenklappenrekonstruktion sowie chirurgische Therapien bei Herzinsuffizienz. Ergänzend zu seiner medizinischen Laufbahn absolvierte Prof. Holfeld eine Ausbildung in Healthcare Management an der Middlesex University.

Interview mit Univ. Prof. Dr. Johannes Holfeld

Was hat Sie bewegt, nach Salzburg zu kommen?

Die Möglichkeit, die Herzchirurgie an einem traditionsreichen und gleichzeitig zukunftsorientierten Standort wie dem Universitätsklinikum Salzburg mit der PMU weiterzuentwickeln, war für mich ein entscheidender Faktor. Salzburg bietet ideale Voraussetzungen: ein engagiertes Team und ein Umfeld, in dem medizinische Qualität und interdisziplinäre Zusammenarbeit einen sehr hohen Stellenwert haben. Darüber hinaus schätze ich die Kombination aus Klinik, Lehre und Wissenschaft sehr und dieser Aspekt ist durch die PMU hervorragend abgebildet – eine junge Universität mit Exzellenzanspruch, die sich stetig weiterentwickeln möchte. Da macht es Freude, gestalterisch mitwirken zu können.

Was gefällt Ihnen an Salzburg?

Über die Qualitäten der Stadt Salzburg selbst muss ich hier niemandem etwas sagen, aber ich kenne sie seit vielen Jahren ganz gut, weil sie in gewisser Weise das Zentrum der österreichischen Herzmedizin ist. Jährlich finden hier sowohl die herzchirurgische Jahrestagung als auch der kardiologische Jahreskongress statt. Zu diesen Terminen kommen Herzmediziner aus ganz Österreich nach Salzburg. Ab sofort werde ich nicht mehr dafür anreisen müssen.

Was sind wichtige Punkte in Ihrem Lebenslauf, was ist Ihre Spezialisierung?

Mein beruflicher Werdegang ist geprägt von einer breiten herzchirurgischen Ausbildung und dem Erfahrungsschatz, den ich bewusst an führenden Zentren gesammelt habe. Bald nach meinem Medizinstudium in Wien bin ich an die Universitätsklinik für Herzchirurgie in Innsbruck gegangen, aus meiner persönlichen Sicht die führende Herzchirurgie der letzten Jahre in Österreich, insbesondere bei minimal-invasiven herzchirurgischen Eingriffen. Dort habe ich auch eine Ambulanz für Patienten mit Herzinsuffizienz, also mit Herzschwäche, aufgebaut, die von überall her zugewiesen wurden, weil man sie anderswo nicht mehr operiert hat. Ich habe dort auch eine große Forschungsgruppe aufgebaut und eine regenerative Therapie entwickelt, die bereits international an großen Kliniken zum Einsatz kommt. Die letzten knapp zwei Jahre habe ich dann am Deutschen Herzzentrum München verbracht. Dieses ist ein high-volume Center, eine der größten herzchirurgischen Kliniken im deutschsprachigen Raum, und gehört zur TUM – Technische Universität München, eine der führenden Universitäten in Deutschland. Da durfte ich nochmal unglaublich wertvolle Erfahrungen sammeln und Eindrücke gewinnen, die mein chirurgisches und auch organisatorisches Handeln maßgeblich beeinflussen.

Wie sehen Sie die Zukunft der Herzchirurgie, was ist Ihre Vision?

Die Herzchirurgie wird sich zunehmend individualisieren und stärker in integrierte Behandlungskonzepte eingebettet sein. Klassische chirurgische Verfahren bleiben essenziell, gewinnen wieder zunehmend an Bedeutung, weil ihre herausragenden Langzeitergebnisse unschlagbar sind, werden aber durch minimalinvasive und interventionelle Ansätze ergänzt. Gleichzeitig wird die Herzchirurgie als Fachgebiet insgesamt zunehmend an Bedeutung gewinnen. Wir müssen immer mehr Patienten versorgen aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der besseren Heilungsraten anderer Erkrankungen wie z. B. Krebs. Gleichzeitig werden Behandlungsstrategien immer komplexer, sodass noch häufiger als bisher die enge Kooperation und intensive Zusammenarbeit zwischen Herzchirurgie und Kardiologie gefragt sein wird.

Meine Vision ist eine Herzchirurgie, die hochpräzise, evidenzbasiert und konsequent patientenzentriert arbeitet – und dabei Innovationen nicht nur übernimmt, sondern aktiv mitgestaltet!

Wie wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit aussehen?

Die Zukunft liegt klar in der engen Verzahnung der Disziplinen. Die Zusammenarbeit mit Anästhesie, Intensivmedizin, Kardiologie und Gefäßchirurgie ist bereits heute zentral und wird weiter intensiviert. Entscheidungen werden schon heute großteils im Heart Team gemeinsam getroffen, Therapien individuell abgestimmt und zunehmend auch in hybriden Verfahren umgesetzt werden. Ziel ist immer die bestmögliche, maßgeschneiderte Behandlung für jede einzelne Patientin und jeden einzelnen Patienten. Es macht große Freude interdisziplinär und auch mit den anderen Berufsgruppen, wie Pflege, Kardiotechnik etc. zusammenzuarbeiten. Es gibt immer viel voneinander zu lernen!

Spielen interventionelle Verfahren eine Rolle in der Herzchirurgie?

Ja, und zwar eine zunehmend wichtige. Interventionelle Verfahren sind kein Ersatz, sondern eine sinnvolle Erweiterung unseres therapeutischen Spektrums. Für die Herzchirurgie bedeutet das, diese Entwicklungen aktiv mitzugestalten. Interventionelle Verfahren werden immer komplexer und daher wie bereits erwähnt in Zukunft verstärkt die Kooperation zwischen Kardiologie und Herzchirurgie erfordern.

Digitalisierung – welche Rolle spielt sie?

Die Digitalisierung wird die Herzmedizin wie auch die Medizin generell in den kommenden Jahren wesentlich prägen. Sie ermöglicht präzisere Diagnostik, bessere OP-Planung und umfassendere Möglichkeiten in der datenbasierten Qualitätssicherung – gleichzeitig hoffentlich auch eine administrative Entlastung für alle an Kliniken tätigen Berufsgruppen. Ich sehe großes Potenzial in der Nutzung von Daten, künstlicher Intelligenz und digitalen Vernetzungslösungen – immer mit dem Ziel, die Patientensicherheit zu erhöhen und die Behandlungsqualität weiter zu verbessern.

Über die SALK:

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) versorgen als größter Gesundheitsanbieter Salzburgs mit etwas mehr als 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 63.700 stationäre, 10.600 tagesklinische und 1,3 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten im Jahr. Sie bestehen aus dem Uniklinikum Salzburg mit dem Campus Landeskrankenhaus (LKH) und Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg und den Landeskliniken in Hallein, St. Veit sowie Tamsweg und halten Anteile an mehreren Reha-Einrichtungen im Bundesland.

Alle Inhalte dieser Meldung als .zip:

Sofort downloaden In die Lightbox legen

Bilder (1)

6 000 x 4 000 © SALK / Neumayr / Leopold


Kontakt

Christian Blaschke
Christian Blaschke, BA
Leiter Unternehmenskommunikation & Marketing
Uniklinikum Salzburg | SALK

Müllner Hauptstraße 48 | 5020 Salzburg | Austria
Telefon: +43 (0)5 7255-20012
+43 (0)676 8997-20012
E-Mail: c.blaschke@salk.at