06.10.2026 | 4 Bilder

Neues CT am Universitätsklinikum Salzburg: Präzisere Bilder, gezieltere Behandlung

2,3 Millionen Euro für spezialisierte Versorgung: Die neue CT-Technologie am Universitätsinstitut für Neuroradiologie liefert detailreichere Bilder und verbessert damit die Diagnostik
© SALK / Neumayr / Hofer

Inbetriebnahme des neuen Photon-Counting-CTs im Universitätsinstitut für Neuroradiologie. Landesrätin Mag. Daniela Gutschi mit dem Vorstand des Universitätsinstituts für Neuroradiologie Univ. Prof. Dr. Johannes Pfaff

Bei einem Schlaganfall oder einer schweren Kopfverletzung müssen Ärztinnen und Ärzte rasch entscheiden, welche Behandlung notwendig ist. Ein neuer Photon-Counting-Computertomograph an der Christian-Doppler-Klinik liefert dafür ab sofort besonders detailreiche Bilder: Feine Gefäße, Verletzungen und krankhafte Veränderungen lassen sich genauer beurteilen. Damit stärkt das Universitätsinstitut für Neuroradiologie die spezialisierte Versorgung bei Erkrankungen und Verletzungen des Gehirns und der Wirbelsäule – mit Bedeutung weit über den unmittelbaren Standort hinaus. Die neue Technologie und ihr Nutzen für Patientinnen und Patienten wurde von Gesundheitslandesrätin Mag. Daniela Gutschi, gemeinsam mit Institutsvorstand Univ.-Prof. Dr. Johannes Pfaff sowie der SALK-Geschäftsführung und dem Vorstand des Universitätsklinikums präsentiert.

„Das Universitätsklinikum Salzburg übernimmt eine zentrale Rolle in der spezialisierten Versorgung der Bevölkerung. Gerade bei Erkrankungen und Verletzungen des Gehirns und der Wirbelsäule braucht es erfahrene Teams und eine leistungsfähige medizinische Infrastruktur. Mit dem neuen CT stärken wir die Qualität der Diagnostik und damit eine Versorgung, die für Menschen aus Salzburg und über die Region hinaus von großer Bedeutung ist. Als überregionales Zentrum bündelt das Universitätsklinikum Salzburg die Expertise von Neuroradiologie, Neurologie und Neurochirurgie in der Christian Doppler Klinik und übernimmt damit eine wichtige Rolle bei der spezialisierten Versorgung von Schlaganfällen sowie komplexen Erkrankungen und Verletzungen des Gehirns und der Wirbelsäule“, betont Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi.

Mehr Details für gezielte Behandlungsentscheidungen

Der wesentliche Fortschritt liegt in der neuen Detektortechnologie: Das Gerät erfasst einzelne Röntgenphotonen – die kleinsten Einheiten der Röntgenstrahlung – und deren Energie. Daraus entstehen besonders detailreiche Bilder. Feine Gefäße, Gewebestrukturen und krankhafte Veränderungen können dadurch genauer dargestellt und beurteilt werden.

„Je genauer wir erkennen, wo eine Veränderung liegt und welche Strukturen betroffen sind, desto gezielter können wir die weitere Behandlung planen. Das neue CT liefert uns dafür besonders detailreiche Bilder. Der entscheidende Mehrwert liegt darin, auch kleine Strukturen besser beurteilen zu können – etwa feine Gefäße im Gehirn. Die Christian-Doppler-Klinik ist nun österreichweit das einzige Krankenhaus, an dem eine spezialisierte Neuroradiologie uneingeschränkten Zugang zu einem Photon-Counting-CT hat. Damit steht für die neuroradiologische Diagnostik die modernste verfügbare CT-Technologie unmittelbar und umfassend zur Verfügung“, erklärt Institutsvorstand Johannes Pfaff.

Weitere Vorteile bietet die Technologie bei Kontrolluntersuchungen nach Eingriffen an Hirngefäßen: Bildstörungen durch eingesetzte Gefäßstützen oder Metallspiralen zur Behandlung von Gefäßaussackungen können verringert werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit weniger Kontrastmittel und einer geringeren Strahlenbelastung auszukommen.

Wichtige Grundlage für die überregionale Schlaganfallversorgung

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall liefert die Computertomographie rasch wichtige Informationen: Liegt eine Blutung vor? Ist ein Gefäß verschlossen? Wie gut wird das Gehirn durchblutet? Je nach Fragestellung kommen unterschiedliche CT-Untersuchungen zum Einsatz. Ihre Ergebnisse helfen dem Behandlungsteam, die geeignete Therapie festzulegen.

An der CDK greifen die diagnostische und therapeutische Expertise der Neuroradiologie und die Behandlung durch die Neurologie eng ineinander. Der Standort verfügt über eine überregionale Schlaganfallstation und bietet spezialisierte Therapien wie die Thrombektomie. Dabei wird ein Blutgerinnsel mithilfe eines Katheters aus einem Hirngefäß entfernt. Die neue Bildgebung stärkt damit einen wichtigen Baustein dieser spezialisierten Versorgung.

Breites Einsatzgebiet von Kopfverletzungen bis zur Wirbelsäule

Das medizinische Einsatzgebiet reicht aber deutlich über Schlaganfälle hinaus. Bei Schädel-Hirn-Verletzungen, etwa nach Stürzen oder Verkehrsunfällen, hilft das CT, Blutungen und Knochenbrüche zu erkennen und das Ausmaß der Verletzungen zu beurteilen. Die Bilder liefern auch wichtige Grundlagen für die Entscheidung über neurochirurgische Eingriffe. Weitere Einsatzbereiche sind die Abklärung von Gefäßerkrankungen und, je nach medizinischer Fragestellung, von Tumorerkrankungen.

Auch die Wirbelsäule gehört zum Untersuchungsspektrum des Neuroradiologischen Instituts. Hier wird das CT unter anderem zur Beurteilung von knöchernen Verletzungen, Verschleißerscheinungen und bestimmten Veränderungen an Bandscheiben eingesetzt. Darüber hinaus unterstützt die Bildgebung gezielte Behandlungen, beispielsweise das präzise Einbringen von Medikamenten im Rahmen der Schmerztherapie. Damit kommt die moderne CT-Technik sowohl in der Akutversorgung als auch bei geplanten Untersuchungen und Behandlungen zum Einsatz.

Investition in die Qualität der Versorgung

Die Bedeutung des CT-Geräts für den klinischen Alltag zeigen die bisherigen Leistungszahlen: Von 2011 bis 2026 wurden am Vorgängergerät rund 250.000 medizinische Einzelleistungen erbracht, darunter etwa 150.000 CT-Untersuchungen des Schädels ohne Kontrastmittel. Jährlich finden rund 10.000 Untersuchungen statt. Medizinische Einzelleistungen und Untersuchungen sind dabei unterschiedliche Zählgrößen.

Im Mittelpunkt der Neuanschaffung steht die Verbesserung der Bildqualität. Die neue Technik eröffnet außerdem die Möglichkeit, ausgewählte Untersuchungen, die bisher am Angiographiegerät durchgeführt wurden, künftig am CT vorzunehmen, wodurch eine geringfügige Steigerung der Untersuchungen möglich wird.

Die Investition von rund 2,3 Millionen Euro wird vom Salzburger Gesundheitsfonds (SAGES) sowie von Land Salzburg finanziert. Das neue Gerät ist ein NAEOTOM Alpha.Prime von Siemens Healthineers. Während der Umbau- und Installationsphase unterstützte ein vorübergehend eingesetztes mobiles CT die kontinuierliche Patientenversorgung.

Über die SALK:

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) versorgen als größter Gesundheitsanbieter Salzburgs mit etwas mehr als 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 63.700 stationäre, 10.600 tagesklinische und 1,3 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten im Jahr. Sie bestehen aus dem Uniklinikum Salzburg mit dem Campus Landeskrankenhaus (LKH) und Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg und den Landeskliniken in Hallein, St. Veit sowie Tamsweg und halten Anteile an mehreren Reha-Einrichtungen im Bundesland.

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Christian Blaschke
Christian Blaschke, BA
Leiter Unternehmenskommunikation & Marketing
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