21.12.2023 | 4 Bilder

Salzburger Landeskliniken setzen Klimaschutz-Projekt zur Filterung und Rückgewinnung von Narkosegas um

Der Auftakt erfolgte in der Landesklinik Hallein, nun wird am Uniklinikum Salzburg der größte OP-Trakt des Landes aufgerüstet
© SALK/Bernhofer

Das Projekt wurde zuerst im OP-Bereich der Landesklinik Hallein umgesetzt - im Bild (v. l.): Jakob Miklautz, Leiter der Medizintechnik, Reinhard Baumgartinger, Wirtschaftsdirektor der Landesklinik Hallein, Medizintechnikerin Cornelia Kimbacher, David Eisenlohr, 1. Oberarzt für Anästhesie an der Landesklinik Hallein und Anästhesiepfleger Florian Wagner.

Narkosegase sind im OP-Bereich lebensrettend, in großer Dosis jedoch schädlich für die Gesundheit des Personals und für das Klima. Bislang sind bereits in allen mehr als 40 OP-Sälen der Salzburger Landeskliniken Anlangen installiert, die im Sinne des Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterschutzes verhindern, dass Narkosegase in den Räumen freigesetzt werden. Die Gase werden direkt am Narkosegerät abgesaugt und in die Außenluft abgeleitet. Dabei werden sie so verdünnt, dass sie für Menschen und Tiere ungefährlich sind. Sie bleiben jedoch eine Belastung für das Klima, wie auch aktuelle Studien bestätigen.

„In den Salzburger Landeskliniken haben wir schon bislang die geringste medizinisch vertretbare Dosis von Narkosegasen eingesetzt. Unsere Anästhesiebereiche arbeiten flächendeckend mit ‚Minimal-Flow‘-Einstellungen“, erklärt Dozent Paul Sungler, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken. Damit konnte die Menge der Narkosegase bereits deutlich reduziert werden, was sich auch klimatechnisch und wirtschaftlich positiv auswirkt. „Nun setzen wir den nächsten Schritt: den Einbau von Filteranlagen zur Rückgewinnung der Narkosegase.“

Das Unternehmen ZeoSys hat ein universell einsetzbares Filtersystem für Sevofluran und Desfluran auf den Markt gebracht. „Dabei werden je eine Filtereinheit und eine Füllstandsanzeige an die Narkosemaschinen montiert. Das Narkosegas wird im Filter festgehalten und gelangt nicht mehr in die Atmosphäre“, erläutert Jakob Miklautz, leitender Medizintechniker der Salzburger Landeskliniken.

Mehr als 8.000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr werden eingespart

Konkret zeigt eine Ampel, wie weit ein Filter bereits mit Narkosegas gefüllt ist. Springt die Ampel auf Rot um, wird der Filter ausgewechselt und kann dann zur Aufbereitung an den Anbieter zurückgeschickt werden, der das Narkosegas rückgewinnt. Miklautz: „Bei Niedrigfluss-Narkosen muss der Filter je nach Auslastung alle drei bis vier Tage gewechselt werden, was im laufenden Betrieb durch einfaches Umstecken möglich ist. Die vollen Filter werden bei uns gesammelt und dann in größeren Mengen retourniert bzw. ausgetauscht.“ Erfahrungen aus anderen Kliniken in Österreich und Deutschland würden zeige, dass das System sehr gut funktioniere.

In den Salzburger Landeskliniken erfolgt die Aufrüstung mit Narkosegasfiltern schrittweise, wie Dozent Sungler ausführt: „Wir haben in der Landesklinik Hallein begonnen, wo wir unter anderem eine große interdisziplinäre Tagesklinik der Unikliniken für Chirurgie, Orthopädie und Traumatologie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe betreiben. Dort ist die Narkosegas-Rückgewinnung nun in Betrieb.“

Als nächster Schritt folgt am Uniklinikum Salzburg im Haus A (Chirurgie-West) der größte OP-Trakt im Bundesland. Danach wird das System sechs Monate lang getestet und evaluiert und im Anschluss auf alle OP-Bereiche der Salzburger Landeskliniken ausgerollt. Sungler: „Die Kosten liegen insgesamt im unteren sechsstelligen Bereich. Das Geld ist im Hinblick auf die positiven Auswirkungen auf das Klima sehr gut eingesetzt. Nach der vollen Ausrollung werden wir pro Jahr mehr als 8.000 Tonnen CO2-Äquivalente einsparen.“

Über die SALK:

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) versorgen als größter Gesundheitsanbieter Salzburgs mit etwas mehr als 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 64.200 stationäre, 9300 tagesklinische und 1,2 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten im Jahr. Sie bestehen aus dem Uniklinikum Salzburg mit dem Campus Landeskrankenhaus (LKH) und Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg und den Landeskliniken in Hallein, St. Veit sowie Tamsweg und halten Anteile an mehreren Reha-Einrichtungen im Bundesland.

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Dr. Wolfgang Fürweger
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