29.08.2025 | 1 Bild

Uniklinikum Salzburg baut Betreuung von Frauen mit Risikoschwangerschaften weiter aus

Neue Division für fetomaternale Medizin stärkt Versorgung, Forschung und Lehre
© SALK/Fürweger

Für die Patientinnen und ihre ungeborenen Babys steht rund um die Uhr ein multiprofessionelles Team zur Verfügung.

2024 kamen im Bundesland 5.276 Babys zur Welt – 2.422 waren es am Uniklinikum Campus LKH. In den allermeisten Fällen sind Mutter und Baby nach der Geburt wohlauf. Die Zahl der Risikoschwangerschaften nimmt jedoch weiter zu. Um mit dieser Entwicklung gerecht zu werden, wurde an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der PMU (Paracelsus Medizinische Universität) eine neue Division für fetomaternale Medizin (Betreuung von Risikoschwangerschaften) etabliert.

„Der Anstieg bei den Risikoschwangerschaften hat auch demografische Gründe, da einerseits das Alter bei Schwangeren steigt und andererseits parallel dazu chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes stark zunehmen“, erklärt Divisionsleiter Claudius Fazelnia.

Zusätzlich sei es durch Fortschritte in der Medizin und neue medizinische Methoden heute möglich, auch bei erheblichen mütterlichen Erkrankungen schwanger zu werden. „Mit der Pränataldiagnostik haben wir seit einigen Jahren immer mehr Möglichkeiten, Risikofaktoren und Fehlbildungen bereits im ersten Drittel der Schwangerschaft zu erkennen und diese auch adäquat zu behandeln. Auch neue Therapien bei Erkrankungen des Fetus im Mutterleib haben bereits einen hohen Stellenwert. Zusätzlich haben sich durch Fortschritte in der Genetik die Diagnosemöglichkeiten enorm erweitert.“

In einem Krankenhaus der Maximalvesorgung wie dem Uniklinikum Salzburg ist eine Division die nächsthöhere Organisationseinheit innerhalb einer Klinik. Sie ist zwar einer Klinik zugeordnet, aber weitgehend selbstständig. „Unser Team ist schon jetzt sehr stark in Aus-, Weiterbildung und Forschung engagiert. Mit der neuen Division können wir diesen Bereich weiter ausbauen. Davon profitieren unmittelbar unsere Patientinnen und deren Familien“, erläutert Fazelnia.

Auch Klinikleiter Professor Thorsten Fischer betont die Bedeutung der neuen Division: „Die fetomaternale Medizin ist einer unserer klaren Schwerpunkte. Wir haben in diesem sehr dynamischen Bereich große Expertise aufgebaut. Mit der Gründung der Division setzen wir nun den nächsten Schritt.“

Ein Zentrum für Mamas, Papas und Babys

Die Division für fetomaternale Medizin ist in das Eltern-Kind-Zentrum am Uniklinikum Salzburg eingebettet. Dieses umfasst:

  • die Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit der neuen Division für fetomaternale Medizin, dem Kreißsaal-Bereich sowie der Risikostation und den Wochenbettstationen,
  • die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde mit der Division für Neonatologie, der Kinderkardiologie sowie der Kinderintensivstation,
  • die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie,
  • das Universitätsinstitut für Humangenetik sowie
  • das Institut für Klinische Psychologie.

„Mit unseren Partnerinnen und Partnern am Uniklinikum bilden wir ein großes interdisziplinäres und multiprofessionelles Team. Bei einer Geburt genügt ein Knopfdruck – und rund um die Uhr ist binnen einer Minute eine Neonatologin oder ein Neonatologe aus dem gleichen Stockwerk im Kreißsaal“, berichtet Fazelnia aus dem Klinikalltag.

Ein Drittel aller Kontakte betrifft Risikoschwangerschaften

Die Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe verzeichnet jährlich ca. 17.000 ambulante Kontakte mit Schwangeren – viele Frauen kommen mehrfach. Über 4.500 Kontakte entfallen auf die Ambulanz der Division. Die Patientinnen werden bei Bedarf auch auf einer eigenen Station überwacht.

Schätzungen gehen davon aus, dass 20 bis 30 Prozent aller Schwangeren in Österreich zur Risikogruppe gehören. Die Medizin unterscheidet zwischen Risiken der Mutter (maternale Risiken) und Risiken des Kindes (fetale Risiken). Maternale Risiken sind etwa ein fortgeschrittenes Alter, eine Mehrlingsschwangerschaft, internistische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, ein hoher Body-Mass-Index (BMI) oder Risiken für eine Frühgeburt oder Präeklampsie (Blutdruck-Erkrankung in der Schwangerschaft).

Fetale Risiken können entweder genetisch bedingt sein (z. B. bei Fehlbildungen oder Stoffwechselerkrankungen), durch Erkrankungen der Mutter (z. B. an Nieren, am Herz-Kreislauf-System, Diabetes, Bluthochdruck …) ausgelöst werden oder durch Infektionen bzw. sonstige äußere Einflüsse (z. B. Alkohol- oder Drogenkonsum) verursacht werden. Relativ häufig ist auch die Präeklampsie, die oft zu Frühgeburten führt.

„Unsere Division ist gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern im Eltern-Kind-Zentrum die zentrale Anlaufstelle für alle Risikoschwangerschaften. Unser Einzugsgebiet reicht weit über die Grenzen des Bundeslandes hinaus und bis ins angrenzende Bayern“, fasst Fazelnia zusammen.

Über die SALK:

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) versorgen als größter Gesundheitsanbieter Salzburgs mit etwas mehr als 7.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 63.700 stationäre, 9.900 tagesklinische und 1,3 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten im Jahr. Sie bestehen aus dem Uniklinikum Salzburg mit dem Campus Landeskrankenhaus (LKH) und Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg und den Landeskliniken in Hallein, St. Veit sowie Tamsweg und halten Anteile an mehreren Reha-Einrichtungen im Bundesland.

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