16.07.2026 | 2 Bilder

Zwei große internationale Studien zu angeborener Energiestoffwechselerkrankung bei Kindern

Am Mito-Haus des Salzburger Kinderzentrums wird exzellente Forschung zum Wohle der kleinen Patientinnen und Patienten betrieben.
© SALK

Ao.Univ.-Prof. Dr.med. Saskia Wortmann, PhD und Priv.Doz. Dipl.-Ing. Dr.techn. Johannes Mayr vom Mito-Haus des Expertisezentrums für Stottwechselerkrankungen

Die bislang größte Untersuchung zum erblich bedingten Pyruvat-Dehydrogenase-Mangel (PDH-Mangel), einer Störung der Energiegewinnung in der Zelle durch ein fehlerhaftes PDHA1 Gen, wurde vom Mito-Haus am Salzburger Universitätsklinikum durchgeführt. Sie erschien kürzlich im renommierten Fachjournal "Brain" („The genotypic and phenotypic landscape of PDHA1-related pyruvate dehydrogenase complex deficiency“). Ebenso wurden Richtlinien zur Diagnose und Behandlung dieser Erkrankung in einem weiteren Fachjournal ("Journal of Inherited Metabolic Disease") publiziert. Der PDH-Mangel ist eine sehr seltene angeborene Störung, die auf Zellebene die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten beeinträchtigt. Die mitochondriale Erkrankung führt zu schwerer Übersäuerung des Blutes, zu neurologischen Problemen und Entwicklungsverzögerung und kann bei schweren Verläufen zu einem frühen Tod führen.

Die Kinderärztin Saskia Wortmann ist mit dem Biochemiker Johannes Mayr die verantwortliche Autorin der Studie: „Der PDH-Mangel ist eine der wenigen Krankheiten dieser Gruppe von Energiestoffwechselstörungen, die wir bereits gut behandeln können. Die Patienten sprechen gut auf eine ketogene, d. h. fettreiche Ernährung sowie die Gabe des Vitamins B1 (Thiamin) an. Durch Verminderung der Aufnahme von Kohlenhydraten wird die Energiegewinnung durch Fett forciert und so die Symptome reduziert. Bisher wurden rund 50 Patientinnen und Patienten mit PDH-Mangel im Mito-Haus diagnostiziert und behandelt.

Fast 900 Patientinnen und Patienten wurden im Rahmen der Studie untersucht, deren Daten im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit gewonnen wurden. So konnten die Salzburger Forschenden ein sehr genaues Bild der Erkrankung zeichnen. Die Studie zeigt, welche genetischen Veränderungen die Krankheit auslösen können und welche Beschwerden typischerweise damit verbunden sind. Johannes Mayr: „Dadurch können neue genetische Befunde künftig besser eingeordnet werden, was eine schnellere und sicherere Diagnose ermöglicht.“

„Besonders wichtig ist außerdem, dass wir Zusammenhänge zwischen der genetischen Ursache, dem Geschlecht der Betroffenen, den Krankheitszeichen und der Lebenserwartung gefunden haben. Dieses Wissen hilft Ärztinnen und Ärzten, den Krankheitsverlauf besser einzuschätzen und Familien fundierter zu beraten. Betroffene erhalten dadurch realistischere Informationen über die Erkrankung und können medizinische Entscheidungen besser planen“, so Saskia Wortmann. Insgesamt liefert die Studie eine wichtige Grundlage für eine präzisere Diagnostik, eine bessere Patientenversorgung und langfristig auch für die Entwicklung weiterer gezielter Behandlungsstrategien. 

Das Typ-B-Expertisezentrum für angeborene Stoffwechselstörungen mit Schwerpunkt Mitochondriopathien und lysosomale Speicherkrankheiten am Kinderzentrum wird von Professor Saskia Wortmann geleitet. Das Mito-Haus ist das einzige von metabERN (European Reference Network for hereditary metabolic disorders) anerkannte Zentrum für Energiestoffwechselerkrankungen in Österreich und Teil dieses Expertisezentrums. Das interdisziplinäre Team des Mito-Hauses hat die bestmögliche Patientenversorgung zum Ziel. Eine wichtige Säule bildet dabei die Erforschung der Krankheitsmechanismen auf der Ebene der Symptome der Betroffenen, aber auch auf der molekularen Ebene der Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle.

Über die SALK:

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) versorgen als größter Gesundheitsanbieter Salzburgs mit etwas mehr als 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 63.700 stationäre, 10.600 tagesklinische und 1,3 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten im Jahr. Sie bestehen aus dem Uniklinikum Salzburg mit dem Campus Landeskrankenhaus (LKH) und Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg und den Landeskliniken in Hallein, St. Veit sowie Tamsweg und halten Anteile an mehreren Reha-Einrichtungen im Bundesland.

Alle Inhalte dieser Meldung als .zip:

Sofort downloaden In die Lightbox legen

Bilder (2)

3 720 x 2 560 © SALK
520 x 672 © 2026 Oxford University Press


Kontakt

Christine Walch

Mag. Christine Walch
PR Senior Consultant | Unternehmenskommunikation & Marketing
Uniklinikum Salzburg | SALK

Müllner Hauptstraße 48 | 5020 Salzburg | Austria
Telefon: +43 (0)5 7255-20030 | +43 (0)676 8997-20030
E-Mail: c.walch@salk.at