29.10.2026 | 4 Bilder

Präsentation Kunst am Bau an Forensik und Universitätsklinik für Psychiatrie

Die beiden Künstler Hans Schabus und Werner Feiersinger waren als Sieger aus geladenen Wettbewerben hervorgegangen und erläuterten in einem Gespräch ihre Arbeiten.
© SALK

Präsentation der Projekte in der CDK (v.l.n.r.): Hildegund Amanshauser, Lukas Gwechenberger, Hans Schabus, Tina Tscherteu, Werner Feiersinger, Wolfgang Aichhorn, Christoph Riezinger


Nach der Eröffnung des neuen Psychiatriegebäudes im September fand gestern eine Präsentation mit jenen beiden Künstlern statt, welche die Kunst am Bau an der Psychiatrie und der Division für Forensische Psychiatrie geschaffen haben. Hans Schabus und Werner Feiersinger gingen jeweils als Sieger aus geladenen Wettbewerben hervor. Realisiert wurden die Kunstprojekte durch den Fonds zur Förderung von Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum Salzburg, angesiedelt beim Amt der Salzburger Landesregierung. Es folgte ein Künstlergespräch zu den Arbeiten unter der Leitung von Hildegund Amanshauser, Kunsthistorikerin, Vorsitzende des Fachausschusses des Fonds Kunst am Bau, sowie mit Wolfgang Aichhorn, Vorstand der Universitätsklinik für Psychiatrie.

„KÖRPER, RAUM, ZEIT“
Die neue Forensik am äußersten Ende des Campus CDK ist ein Holzbau und in Anbetracht seiner Funktion, die die einer geschlossenen Anstalt sein wird, in sehr luftiger Bauweise ausgeführt. Die drei Rohre mit dem Durchmesser einer menschlichen Schulterbreite lehnen, über das Flachdach leicht hinausgehend, an drei Außenseiten des Gebäudekörpers und bilden mit diesem eine Einheit. „KÖRPER, RAUM, ZEIT“ kommuniziert nach Aussage der Jury mit der Architektur und spielt mit der Divergenz zwischen Leichtigkeit und Gewicht. Diese Kunst am Bau setzt eine große Geste zur Architektur.

Der Künstler Hans Schabus studierte Bildhauerei bei Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seit 2012 unterrichtet er an der Universität für Angewandte Kunst, wo er die Abteilung für Skulptur und Raum leitet. Hans Schabus zeigt seine Arbeiten seit 1992 im nationalen wie internationalen Kontext. Er erläutert:

„Drei gebürstete Edelstahlrohre bilden mit 14 Metern Länge den höchsten Punkt. Die scheinbare Beiläufigkeit des Anlehnens spricht hier vom Wesen des Werkstattcharakters, vom Beweglichen im Solitären (Kontrapost) sowie von maßstäblicher Verschiebung (Modellcharakter) der gebauten Volumen, in dessen Zentrum der Mensch selbst steht. Die Orientierung ist durch das Kartesische Koordinatensystem dreier Finger hergeleitet und verweist auf eine räumliche und zeitliche Ordnung: Körper, Raum, Zeit. Drei Rohre, drei Richtungen, drei Dimensionen. Das Rohr als Element der Verbindung an der forensischen Psychiatrie wird hier manifest für eine Perspektive der Wiederherstellung und Orientierung. Das Innere, das Äußere, das Dazwischen: Drei sich bedingende Zustände.“ Und er fährt fort: „Der Zugang zu existentiellen Fragen verbindet einen als Künstler mit den zukünftigen Insassen des Gebäudes. Die Rohre stehen auch für Stützen und Halten.“

Prof. Wolfgang Aichhorn, der sowohl in das Bauprojekt, als auch in das Projekt Kunst am Bau eingebunden war, ergänzt: „Meine Aufgabe war es, die Prozesse und Funktionen einzubringen, auf die hin geplant werden sollte. Die Rohre von Hans Schabus fügen sich ideal in den Bau ein und sind kein aufgesetztes Kunstwerk. Das Gebäude auf einer der letzten Bauflächen in der CDK bekommt dadurch Bedeutung.“

„Cats and Lines“
Für die künstlerische Gestaltung im Neubau der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der CDK war aufgrund der sensiblen Umgebung bei der Konzeption des künstlerischen Entwurfs ein sensibler Umgang mit Formen, Farben und Motiven erforderlich. Aus fünf Kunstschaffenden wurde Werner Feiersinger mit seinem Projekt „Cats and Lines“ ausgewählt, das in den vier Lichtatrien Linienskulpturen und Katzen einziehen lässt.

Werner Feiersinger aus Brixlegg lebt als Bildhauer und Fotograf in Wien. Er studierte an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien und an der Jan van Eyck-Akademie in Maastricht. Neben einer Lehrtätigkeit an der TU Wien und Gastprofessuren realisierte er neben Ausstellungen auch zahlreiche Projekte im öffentlichen Raum. Die Lichthöfe durften nicht einfach ausgefüllt werden. Nun sind sie mit zeichenhaften Objekten bestückt, die, wie der Künstler sagt, angesiedelt sind zwischen Prothese und Schriftzeichen, jedes für den jeweiligen Ort konzipiert. Wie Satzzeichen in verschiedenen Positionen lösen sie trotz ihrer formalen Strenge Überraschung, Verwunderung oder auch Schmunzeln aus. Die Katzen stehen für einen spielerischen Zugang und repräsentieren Archetypen. Verschiedene Zugänge und Interpretationen sind erlaubt.

Hildegund Amanshauser betont, dass Kunst im öffentlichen Raum in besonderer Weise auf Dialog angelegt ist. Die beiden präsentierten Kunstwerke in sensibler Umgebung seien besonders gelungene Beispiele dafür.

Über die SALK:

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) versorgen als größter Gesundheitsanbieter Salzburgs mit etwas mehr als 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 63.700 stationäre, 10.600 tagesklinische und 1,3 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten im Jahr. Sie bestehen aus dem Uniklinikum Salzburg mit dem Campus Landeskrankenhaus (LKH) und Campus Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg und den Landeskliniken in Hallein, St. Veit sowie Tamsweg und halten Anteile an mehreren Reha-Einrichtungen im Bundesland.

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Bilder (4)

3 712 x 2 432 © SALK
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Kontakt

Christine Walch

Mag. Christine Walch
PR Senior Consultant | Unternehmenskommunikation & Marketing
Uniklinikum Salzburg | SALK

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